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15.08.2021

Fernkälte vor Ausbau in Klagenfurt

Foto: © shutterstock.com

Mit Fernkälte können Gebäude bei brütender Hitze, wie derzeit, gekühlt werden. Das erfolgt viel energiesparender und klimafreundlicher als mit herkömmlichen Klimageräten. Auch in Klagenfurt sollen schon bald größere Gebäude mit Fernkälte versorgt werden.

Wie das funktioniert, erklärt Heinz Koch, der Leiter der Energieerzeugung bei den Klagenfurter Stadtwerken. „Fernkälte ist ähnlich wie die Fernwärme, nur dass das Wasser in den Rohren eine andere Temperatur hat. Wir reden hier von etwa sechs Grad kaltem Wasser, das dann über ein Rohrleitungsnetz zu den Kunden transportiert wird. Der Kunde braucht vor Ort dann keine eigene Erzeugungsanlage haben, sondern er braucht nur Wärmetauscher und kann mit dem kalten Wasser dann seine Kälteversorgung aufbauen“.

Energiesparend und umweltschonender

Im Vergleich zu herkömmlichen Klimageräten spart Fernkälte rund 70 Prozent Energie und 50 Prozent CO2. Kompressoren und Kühltürme sind nicht mehr notwendig, benötigt wird nur ein Wärmetauscher. Die Fernkälte kann über die Fassade, die Decke, den Boden oder über Umluft in die Gebäude gebracht werden. Wenn die Genehmigungsverfahren rasch über die Bühne gehen, könnten schon 2023 erste Gebäude versorgt werden, so Heinz Koch. „Es handelt sich um einen sehr zentralen Standort in der Stadt. Das heißt, wir versorgen also den inneren Stadtbereich. Der erstreckt sich dann von Einkaufszentren bis hin zur Glan Richtung Landeskrankenhaus. Diese Bereiche werden dann mit Fernkälteleitungen versorgt werden.“

Auch im Westen der Stadt gebe es Überlegungen. „Die Universität will zubauen und sucht neue Möglichkeiten. Der Lakeside Park hat bereits Kälteanlagen in den Gebäuden in Betrieb und sucht Erneuerungsbedarf“, so Koch. In Frage kämen allerdings nur größere Gebäude, auch Mehrparteienhäuser. Für Einfamilienhäuser wäre die Versorgung wohl zu teuer.

Fernkälte etwas teurer als Fernwärme

Produziert wird die Fernkälte zentral im Fernheizwerk und in den Biomasseanlagen. Die Planungen laufen. Im Fernheizwerk müssen zehn bis zwölf Millionen Euro investiert werden. Im Prinzip wird Abwärme im Sommer gekühlt. „Der Fernwärmebedarf ist ja vorhanden, das heißt, es muss auch Wärme produziert werden, aber nicht in dem Ausmaß. Da hat man jetzt zusätzlich das Potenzial, dass man diese Wärme dann optimal nutzen kann. Diese Wärme kann zu einem wesentlichen Teil in Kälte umgeformt werden und da haben wir dann alle etwas davon“, so Koch. Fernkälte werde für die Kunden etwas teurer sein als Fernwärme. Die genauen Preise stehen aber noch nicht fest.

Quelle: kaernten.ORF.at

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