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10.05.2022

Grüne Wärme aus der Therme: Thermalwasser sorgt für Fernwärme für 1.900 Oberlaaer Haushalte

Das warme Wasser in den Becken der Therme Wien sorgt ab sofort nicht nur für Entspannung: Wien Energie hat dort eine Wärmepumpenanlage errichtet und nutzt die Abwärme des Thermal-Abwassers zur Fernwärme-Erzeugung. Aus dem etwa 30 Grad warmen Abwasser entsteht so Fernwärme für rund 1.900 Haushalte in der direkten Umgebung.

Wien Energie hat rund 3 Millionen Euro in das Projekt investiert, mit dem der Anteil an klimafreundlicher Wärmeproduktion weiter steigt. Bis 2027 nimmt das Unternehmen eine Milliarde Euro für den Gas-Ausstieg in die Hand. 

Wärmewende für Klimaziele entscheidend

Die Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Quellen ist ein wesentlicher Faktor für die Erreichung der Klimaziele. Die Fernwärme spielt dabei eine große Rolle: Schon heute versorgt Wien Energie über 440.000 Wiener Haushalte und 7.800 Business-Kund*innen mit Fernwärme. In Zukunft will der Energiedienstleister 56 Prozent der Wiener Haushalte mit Fernwärme versorgen. Bis 2040 soll diese gänzlich klimaneutral erzeugt werden. Damit dies gelingt, werden neue Wärmequellen benötigt. Neben der vielversprechenden Tiefen Geothermie will Wien Energie die Fernwärme künftig noch mehr Wärme mit Großwärmepumpen und lokaler Abwärmenutzung, wie bei der Therme Wien, erzeugen.

Forschung: Viele Erzeugungsarten erfordern Flexibilität im Fernwärmenetz

Die Umstellung der Fernwärme auf erneuerbare Quellen führt auch dazu, dass die Anzahl an unterschiedlichen Erzeugungsarten steigt. Die Abwärmenutzung bei der Therme Wien ist deshalb auch Teil des Großforschungsprojekts „ThermaFLEX“. Im Rahmen des Projekts erforschen die Projektpartner*innen Strategien zu Steigerung der Flexibilität im Fernwärmenetz und wie diese künftig ohne fossile Energieträger auskommen können. Zudem analysiert das Projektteam unter der Leitung des außeruniversitären Forschungsinstituts AEE INTEC, wie die Abwärme des Thermalwassers als Wärmequelle zur Versorgung des bestehenden Fernwärmenetzabschnittes ideal eingesetzt werden kann.

Das Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen der Forschungsinitiative Green Energy Lab als Teil der österreichischen Innovationsoffensive Vorzeigeregion Energie durchgeführt. 

So funktioniert die Thermen-Heizung in Oberlaa

Wien Energie hat in einem erweiterten Technikraum in der Tiefgarage der Therme Wien zwei Wärmepumpen errichtet. Diese Wärmepumpen haben einen direkten Anschluss zum gesammelten Thermal-Abwasser. Das Prinzip der Wärmeerzeugung funktioniert wie bei einem Kühlschrank – nur umgekehrt. Die Wärmepumpen nehmen die Restwärme aus dem Thermal-Abwasser mit einer Temperatur von rund 30 Grad Celsius auf und produzieren daraus Fernwärme mit bis zu 85 Grad Celsius. Die erzeugte Wärme wird direkt in das lokale Fernwärmenetz in Oberlaa eingespeist.

Eckdaten Abwärmenutzung Therme Wien

  • Leistung: rund 2 Megawatt
  • Jahreswärmeproduktion: 11 Gigawattstunden Wärme
  • Umweltfreundliche Fernwärme für rund 1.900 Haushalte in Oberlaa
  • CO2-Einsparung: 2.600 Tonnen pro Jahr
  • Investitionssumme: € 3 Mio.
  • Das Projekt in Oberlaa ist Teil des Großforschungsprojektes „ThermaFLEX“, das mit insgesamt 7,8 Millionen Euro durch den Klima- und Energiefonds, dotiert aus Mitteln des Klimaschutzministeriums, gefördert wird. Informationen zum Forschungsprojekt: https://thermaflex.greenenergylab.at/
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