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12.04.2021

Heizbilanz: Kein Corona-Effekt bei Wiener Wärmeverbrauch

Müllverbrennungsanlage Spittelau im Winter.

Fernwärme-Verbrauch in Wien liegt wie Temperatur im langjährigen Durchschnitt – 10 Prozent mehr Bedarf als im milden Vorjahr.

Auch wenn das derzeitige April-Wetter nicht den Anschein macht, die Heizsaison ist offiziell vorbei. Im Vergleich zu den sehr milden Vorjahren brachte der Winter 2020/21 einen recht gewöhnlichen Verlauf. Mit einer Durchschnittstemperatur von 5,3 Grad Celsius zwischen Anfang Oktober und Ende März liegt diese Heizperiode in Wien ziemlich genau im langjährigen Mittel. Im Vergleich zum Vorjahr war es jedoch deutlich kälter, das zeigt sich auch in der Fernwärme-Heizbilanz: Die Wienerinnen und Wiener haben heuer knapp 10 Prozent mehr geheizt als 2019/2020, im langjährigen Durchschnitt waren es immer noch etwa 3 Prozent weniger.

Individuelle Heizkosten stark von Heizverhalten abhängig

Die Heizkostenrechnung dürfte damit trotz Corona im langjährigen Durchschnitt liegen. Im Vergleich zum Vorjahr – einem der mildesten Winter jemals – fallen für eine Wiener Modell-Wohnung (70qm, 10.700 kWh) rund 30 Euro Mehrkosten an. Wichtig ist: Die tatsächlichen Heizkosten hängen stark vom eigenen Heizverhalten ab. Faktoren wie Heizungsart und -einstellungen, Dämmung und der allgemeine Zustand des Gebäudes nehmen wesentlichen Einfluss auf den Wärmebedarf.

Auch wenn im Gesamtverbrauch der Stadt kein Corona-Effekt sichtbar ist, benötigen Personen, die mehr Zeit Zuhause – zum Beispiel im Homeoffice – verbringen, mehr Energie. Kleine Tricks können hier schon große Wirkung zeigen: Wenn die Raumtemperatur um nur 1°C gesenkt wird, spart das bereits ganze 6 Prozent Heizenergie.

Heizbilanz im Detail: Februar brachte Heizrekord des Jahres

Auffallend waren ein kalter März mit mehr als 16 Prozent mehr Wärmebedarf als im Vorjahr, sowie ein kalter Oktober mit über 18 Prozent plus. November und Dezember zählten zu den wärmsten der Messgeschichte, der Jänner lag im langjährigen Durchschnitt. Auch der Februar brachte durchschnittliche Temperaturen. Im Vergleich zum sehr warmen Februar 2020 war der Wärmebedarf 2021 jedoch 22 Prozent höher und auch der Heizrekord der Saison wurde in diesem Monat verzeichnet.

Am 11. Februar um 8 Uhr früh bei einer Außentemperatur von -6,6°C heizten die Wienerinnen und Wiener so viel wie nie in dieser Saison. Mit 2.086 Megawatt Leistungsspitze war das aber bei weitem kein historischer Heizrekord. Dieser wurde am 3. März 2018 mit 2.414 MW erreicht. Zum Vergleich: An einem durchschnittlichen Wintertag liegt die Wärmeleistungsspitze in Wien bei etwa 1.600 MW.

Klimafreundliche Fernwärme als Schlüssel zur Wärmewende

Insgesamt versorgt Wien Energie 420.000 Wiener Haushalte und 7.500 Großkunden mit Fernwärme. Das Unternehmen investiert massiv in den Ausbau klimafreundlicher Wärmelösungen. Der Wärmesektor ist heute in Österreich für etwa die Hälfte des Endenergieverbrauchs und knapp 40 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich.

Wien heizt bereits heute sehr umweltfreundlich und spart dank der Fernwärme jedes Jahr 1,5 Millionen Tonnen CO2 ein. Beim Fernwärme-Ausbau setzt Wien Energie vor allem auf die Nutzung vorhandener Abwärme und Geothermie. Erst kürzlich ging eine neue Energierecyclinganlage bei der UNO-City in Betrieb.

Quelle: Wien Energie

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