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11.08.2014

Mehr Fernkälte für Österreich

In Österreich wurden 2013 rund 89 Gigawattstunden Fernkälte produziert. Gegenüber 2012 bedeutet dies einen Zuwachs von beachtlichen 20%. Indessen zeigt ein internationaler Vergleich, dass in unserem Land noch erhebliches Potenzial für den Ausbau von umweltfreundlicher Fernkälte besteht. So wurde z.B. in Schweden, das eine ähnliche Bevölkerungszahl wie Österreich aufweist, im vergangenen Jahr rund die zehnfache Menge an Fernkälte erzeugt. „Dort nehmen Industrie und Großkunden rund 900 Gigawattstunden Kälte pro Jahr ab. Auch hierzulande ist viel mehr möglich“, konstatiert Mag. Michael Mock, Geschäftsführer des Fachverbands der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen.

Zukunftsmarkt Fernkälte-Produktion

Fernkälte als emissionsarme Alternative

Im Gegensatz zu den stromfressenden Klimaanlagen hat die emissionsarme Fernkälte wesentliche Vorteile: Sie verbraucht im Vergleich zu herkömmlichen Klimaanlagen nur etwa ein Zehntel an fossilen Brennstoffen und spart das Zweieinhalbfache an CO2. Als Primärenergie kommt für die Fernkälteerzeugung die Abwärme von Kraftwerken ebenso zum Einsatz wie etwa Biomasse. „Insbesondere in den Ballungszentren und speziell bei den Gebäuden des öffentlichen Sektors steigt der Kältebedarf und die Kältenachfrage rasant an. Hier ist Fernkälte die bessere Alternative“, erklärt Mock.

Wien setzt auf Fernkälte

Seit einigen Jahren sind die BOKU Wien, der Wiener Stadtteil TownTown, der Radiosender Ö3, das Hotel Kempinski, die Universität Rossau, die Österreichische Nationalbank, das Gebäude der Vienna Insurance Group und das AKH Wien an das Fernkältenetz angeschlossen. Die Leistung des Fernkälteanschlusses des AKH beträgt beispielsweise 12 Megawatt, das ergibt eine jährliche Einsparung von rund 5.000 Tonnen CO2. Zuletzt wurde der Hauptbahnhof Wien, in dem ab Herbst 115 Geschäfte und Gastronomiebetriebe auf 20.000 Quadratmetern untergebracht sein werden, an das Fernkältenetz angebunden. In der ersten Ausbaustufe hat die Kältezentrale eine Leistung von 20 Megawatt „grüner“ Kälte.

In den nächsten Jahren sind an verschiedenen Standorten in Wien weitere Ausbaumaßnahmen geplant. So sollen etwa das Krankenhaus Nord und der in Planung befindliche ORBI Tower in Wien TownTown zukünftig mit Fernkälte versorgt werden. 2015 soll in der Bundeshauptstadt eine installierte Fernkälteleistung von knapp 100 Megawatt zur Verfügung stehen.

Fernkälteausbau in Niederösterreich

Seit gut einem Jahr wird in Niederösterreich das Landesklinikum St. Pölten mit Fernkälte klimatisiert. Der erste Bauabschnitt ist mit einer Kälteleistung von 9 Megawatt errichtet, im Endausbau wird die Kälteleistung 14 Megawatt betragen. Die CO2-Einsparungen liegen derzeit bei rund 630 Tonnen pro Jahr. Auch das Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf erhält gerade eine neue Fernkälteversorgung, ebenso sollen die Landeskrankenhäuser Baden und Mödling künftig mit Fernkälte temperiert werden.

Vorteile von Fernkälte

Fernkälte spart Platz, da die Kältemaschine und die Rückkühlung ausgelagert werden und das fertig aufbereitete Kaltwasser direkt beim Verbraucher eintrifft. Es gelangt dort mit einer Temperatur von rund sieben Grad Celsius ein und verlässt das Gebäude mit 17 Grad. Damit werden nicht nur Stromkosten gesenkt, sondern es kommt auch zu keiner Emission gefährlicher Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) und die CO2-Bilanz wird verbessert. Bei der Kühlung mit herkömmlichen Klimageräten ist der Energieaufwand deutlich höher als bei Fernkälte.

Wie Fernkälte erzeugt wird

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