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10.11.2012

Neue Bio-Fernwärme-Anlage in Freistadt eröffnet

Bereits seit Mitte September werden in Freistadt die ersten Kunden mit umweltfreundlicher und kostengünstiger Bio-Fernwärme versorgt. Am 10. November wurde die neue Bio-Fernwärme-Anlage nun offiziell eröffnet. Vertreter aus Politik und Wirtschaft waren der Einladung zur Eröffnung im Norden von Freistadt gefolgt und feierten gemeinsam diesen weiteren Schritt zur umweltfreundlichen Energieversorgung der Mühlviertler Gemeinde – darunter Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, OÖ. Ferngas-Aufsichtsratsvorsitzender und Energie AG-Generaldirektor Dr. Leo Windtner sowie Freistadts Bürgermeister Mag. Christian Jachs. Im Beisein der beiden OÖ. Ferngas-Vorstände KommR Ing. Dr. Johann Grünberger und Ing. Dr. Gerhard Zettler sowie OÖ. Gas-Wärme-Geschäftsführer Klaus Dorninger MBA und aller Festgäste segnete Stadtpfarrer Mag. Franz Mayrhofer die Anlage und übergab sie ihrer Bestimmung.

Bei der Eröffnung der Bio-Fernwärme-Anlage Freistadt schaufeln (v.l.n.r.) OÖ. Ferngas-Vorstand Ing. Dr. Gerhard Zettler, OÖ. Ferngas-Vorstandsvorsitzender KommR Ing. Dr. Johann Grünberger, Freistadts Bürgermeister Mag. Christian Jachs, Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, OÖ. Ferngas-Aufsichtsratsvorsitzender, Energie AG-Generaldirektor Dr. Leo Windtner und OÖ. Gas-Wärme-Geschäftsführer Klaus Dorninger MBA im Sinne der nachhaltigen Energieversorgung Hackschnitzel.
Foto: OÖ. Ferngas/Rudolf Laresser

Oberösterreich setzt auf Bioenergie

Planer und Errichter der neuen Bio-Fernwärme Anlage ist die OÖ. Gas-Wärme GmbH, ein Unternehmen der OÖ. Ferngas AG. Mit der Marke ENSERV ist man als effizienter Wärmeversorger mit energieträgerneutralen Wärmelösungen der ideale Partner für Freistadt. Rund 70 Objekte können im Endausbau von der neuen Bio-Fernwärme-Anlage mit umweltfreundlicher erneuerbarer Energie versorgt werden. Die Rohstoffe für die Energiegewinnung stammen aus der heimischen Landwirtschaft. „Der oberösterreichische Wald hat Potenzial. Alle 7 Sekunden wächst in Oberösterreichs Wäldern 1 Kubikmeter Holz zu, nur gut die Hälfte davon wird derzeit genutzt“, so Agrarlandesrat Max Hiegelsberger bei der Eröffnung in Freistadt. „Oberösterreich ist bei erneuerbarer Energie auf einem guten Weg. Die heimische Land- und Forstwirtschaft hat in dem Bereich Bioenergie aber noch großes Potenzial, das es zu nützen gilt. Die Zahlen sprechen für sich: Derzeit werden in Oberösterreich etwa 40.000 automatische Biomasse-Einzelfeuerungen, 68.000 Scheitholzanlagen, 26.000 Einzelöfen und 1.270 Biomassegroßprojekte (inkl. Gemeinschaftsanlagen) betrieben. Diese Anlagen benötigen jährlich etwa 4,3 Mio. Kubikmeter Biomasse, die in Wärme und teilweise Strom umgewandelt wird. Damit können rund 750 Millionen Liter Erdöl ersetzt werden, was einer Kette an Öltank-LKWs von Ried bis Wien und wieder retour entspricht. Zwei Millionen Tonnen CO2 werden so eingespart.

Zukunft gehört erneuerbaren Energien

Erneuerbare Energie aus heimischen Rohstoffen zu gewinnen, stellt auch für die Energie AG Oberösterreich, dem Mehrheitseigentümer der OÖ. Ferngas AG, einen wichtigen und notwendigen Weg dar. „Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien, die Energie AG befindet sich hier seit jeher in einer Vorreiterrolle. Wir haben bereits in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Meilensteine bei der Nutzung alternativer Energien gesetzt“, so Energie AG-Generaldirektor Dr. Leo Windtner, der die Meilensteine auch beim Namen nannte: das erste Windrad in den Alpen bei der Adamek-Hütte, das Sonnenkraftwerk am Loser im Ausseer-Land als größte Photovoltaik-Anlage in den Alpen, Österreichs größtes Photovoltaik-Forschungskraftwerk in Eberstalzell oder die erfolgreiche Bürgerkraftwerksoffensive, bei der Oberösterreicher in den Bau dezentraler Sonnenkraftwerke investieren können. „In und um Ried setzen wir derzeit Österreichs größtes Geothermieprojekt um und prüfen den Einstieg in die Nutzung der Windenergie im Alpenvorland“, stellt Windtner die aktuellen Vorhaben zur Nutzung erneuerbarer Energien in den Mittelpunkt. „Die Bio-Fernwärme-Anlage hier in Freistadt unterstreicht ein weiteres Mal die Schrittmacherfunktion der Energie AG in diesem Bereich. Wir sind stolz darauf, dass wir die OÖ. Ferngas-Gruppe als Kompetenzträger für Erdgas, Biogas und Nahwärme in unserem Konzernverbund haben“, sagt Windtner.

Nachhaltige Wärmeversorgung im Sinne des Freistädter Energieleitbildes

Freistadts Bürgermeister Mag. Christian Jachs lobte die rasche Umsetzung des Projekts: „Nach dem Gemeinderatsbeschluss im Oktober 2011, starteten im Juni dieses Jahres mit dem Spatenstich die Bauarbeiten. Bereits seit Mitte September ist die Anlage in Betrieb und die Versorgung mit Bio- Fernwärme für die ersten Kunden läuft.“ Die Anlage, so Jachs, unterstreiche das Bekenntnis der Freistädter Bevölkerung zu einer nachhaltigen Wärmeversorgung: „Unabhängiger zu werden von Erdöl und Kohle ist eine der Visionen, die das Energieleitbild der Stadt Freistadt bis zum Jahr 2030 vorsieht. Mit der neuen Bio-Fernwärme-Anlage ist ein Meilenstein in diese Richtung getan. Fernwärme ist, wie schon vielfach bewiesen wurde, neben Erdgas seit Jahren einer der günstigsten Energieträger, entlastet die Haushaltskasse und ist zudem umweltfreundlich. Für die Planung und Errichtung des Projektes konnte mit der OÖ. Gas-Wärme GmbH ein heimischer, kompetenter und verlässlicher Partner gewonnen werden.“

Die OÖ. Ferngas AG und ihre Tochtergesellschaften bekennen sich seit Jahren zur Nutzung biogener Energie und verstehen diese als ideale Ergänzung zu heimischen Energieressourcen. „Das haben wir bereits vor sieben Jahren gezeigt, wo wir die ersten in Österreich waren, die Biogas ins Leitungsnetz einspeisen konnten. Mit zahlreichen Inbetriebnahmen von Biogas- und Biomasse- Anlagen in den vergangenen Jahren, haben wir unsere Strategie konsequent weiterverfolgt und freuen uns, den eingeschlagenen Weg hier in Freistadt fortzusetzen“, so KommR Ing. Dr. Johann Grünberger, Vorstandsvorsitzender der OÖ. Ferngas AG.

Mit Freistadt verbindet das Unternehmen eine bereits 25-jährige Partnerschaft – nämlich als Energieversorger mit umweltfreundlichem Erdgas von erdgas oö. Mit der neuen Bio-Fernwärme- Anlage kommt nun auch regenerative Heizenergie in Form von Bio-Fernwärme von ENSERV hinzu. „Unser neues Bio-Fernwärme-Leitungsnetz konzentriert sich auf ein eingegrenztes Gebiet, in dem bisher vorwiegend alte Ölheizungen zum Einsatz kamen. Diese können nun durch die umweltfreundliche Bio-Fernwärme ersetzt werden“, so Grünberger.

Mehr als 2.500 Meter Leitungen für die Versorgung von ca. 70 Kundenobjekten

Planer und Errichter der neuen Bio-Fernwärme Anlage ist die OÖ. Gas-Wärme GmbH, ein Unternehmen der OÖ. Ferngas AG. Mit der Marke ENSERV ist man als effizienter Wärmeversorger mit energieträgerneutralen Wärmelösungen der ideale Partner für Freistadt. „Die Bio-Fernwärme-Anlage erbringt im Endausbau eine Leistung von rund 2,5 MW. Über ein mehr als 2.500 m langes Leitungsnetz werden die Kunden mit umweltfreundlicher und günstiger Bio- Fernwärme versorgt“, erklärt Ing. Dr. Gerhard Zettler, Vorstand der OÖ. Ferngas AG. Die jährliche Wärmeverkaufsmenge liegt im Endausbau bei rund 5,6 GWh, damit kann ein Potenzial von mehr als 70 Objekten (öffentliche Gebäude, Betriebe, Wohnanlagen) versorgt werden. Die Gesamtinvestitionen für den Endausbau betragen rund 2,9 Mio. Euro.

Rathaus, Kindergarten, Wohnungsanlage, Schule und Privatkunden sparen CO2

Auch OÖ. Gas-Wärme-Geschäftsführer Klaus Dorninger MBA freut sich über die Kooperation mit Freistadt und das große Interesse an dieser komfortablen und klimafreundlichen Wärmeversorgung: „Es werden bereits zahlreiche Objekte von der neuen Bio-Fernwärme Freistadt mit komfortabler Nahwärme aus regernativen Energieträgern versorgt, unter anderem das Rathaus, der Salzhof, der Kindergarten, die Höhere Lehranstalt für Wirtschaftliche Berufe, die Siedlung der GWB in der Kalvarienbergstraße, das Bezirksseniorenheim und das Lagerhaus. Wir freuen uns, dass sich auch bereits viele Privatkunden für unsere Bio-Fernwärme entschieden haben und damit zu einer jährlichen CO2-Einsparung von 1.100 Tonnen beitragen.“

Biomasse, Gas und Solar als Kombination für die Energiegewinnung

Kern der Anlage sind – derzeit ein und mit der zweiten Ausbaustufe schließlich zwei – Biomassekessel mit je 850 kW Leistung. Für kurzzeitige Verbrauchsspitzen, aber auch für Service und Wartung der Biomassekessel, steht auch ein Gaskessel (650 kW) zur Verfügung. Eine Solaranlage mit 230 m² Fläche ergänzt den Energiemix um bis zu weitere 110 kW. Das Projekt entspricht den energiepolitischen Zielen des Landes, den Einsatz erneuerbarer Energien insbesondere im Raumwärme-Bereich zu forcieren. Zusätzlich bringt die neue Bio- Fernwärme-Anlage auch positive volkswirtschaftliche Effekte, da die Biomasse in der Region selbst aufgebracht wird: Geheizt wird mit inländischem Holz, das auch von bäuerlichen Waldbesitzern aus der Region stammt.

Details zur Anlage

Durch ein unterirdisches Leitungsnetz mit rund 2.500 Metern Länge wird komfortable Wärme an öffentliche, gewerbliche und private Kunden geliefert. Als Brennstoff wird auf bäuerliches Hackgut zurückgegriffen. Bei der Verbrennung des Waldhackgutes im Heizwerk wird Wasser erwärmt. Dieses heiße Wasser gelangt über das Leitungsnetz zu den Gebäuden und in die Heizung. Das abgekühlte Wasser wird dann über das Leitungsnetz wieder zurückgeführt. Damit schließt sich der Kreislauf.

In der Bio-Fernwärme Freistadt wird modernste Heizungs- und Feuerungstechnik eingesetzt. Die Anlage wird vollautomatisch über zuverlässige Steuerungsanlagen betrieben und rund um die Uhr überwacht. In der ersten Ausbaustufe erzeugt das Heizwerk rund 850 kW Wärme. Dafür werden rund 4.000 srm (Schüttraummeter) Biomasse pro Jahr aus der Landwirtschaft verwertet.

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