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06.05.2016

Sappi liefert künftig Fernwärme nach Graz

Rund 80 Prozent der jährlichen Wärmemenge für die Fernwärme im Großraum Graz kamen in den vergangenen Jahren aus dem Kraftwerkspark Mellach - dort wurde die Wärme als günstiges Nebenprodukt der Stromerzeugung gewonnen. 2020 wird sich der Energieerzeuger Verbund aus Mellach zurückziehen, daher muss auch die Fernwärme-Versorgung der Stadt Graz neu geregelt werden.

Größter Zulieferer zieht sich zurück

Mit dem vor zwei Jahren angekündigten Rückzugs des Verbund verliere Graz den mit Abstand größten Zulieferer für Fernwärme, sagte die Grüne Stadträtin Lisa Rücker: „Wir haben sehr schnell reagiert und uns ganz intensiv mit Szenarien beschäftigt, mit dem ganz wesentlichen Ziel, den erneuerbaren Anteil wesentlich zu steigern.“

50 Prozent aus nachhaltiger Produktion

Im Vorjahr ging man laut dem Leiter des Umweltamts, Werner Prutsch, davon aus, dass rund zehn Prozent der Fernwärme zukünftig durch erneuerbare Quellen gewonnen werden können. Heuer sieht die Schätzung schon optimistischer aus - gesprochen wird davon, dass rund 50 Prozent der Wärme nachhaltig produziert werden sollen. „Das könnte schon in absehbarer Zeit sein, 2020 plus einige Jahre ist realistisch“, so Prutsch.

Viele kleinere Lieferanten

Künftig sollen viele kleinere Lieferanten Wärme in das Grazer Netz einspeisen - einer davon ist eben der Gratkorner Papiererzeuger Sappi, mit dem am Mittwoch ein Vertrag unterzeichnet wurde. Die Laufzeit beträgt laut dem Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) mindestens 20 Jahre.

15 Prozent von Sappi

Die von Sappi gelieferte Wärmeleistung soll rund 35 MW ausmachen und pro Jahr rund 150.000 MWh betragen. Das entspricht etwa 15 Prozent des Fernwärmebedarfs im Großraum Graz, der gesamt im Jahr 2013 bei rund 1.070 GWh lag. „Wir setzen neue technologische Schritte, um zusätzlich Wärme entkoppeln zu können“, so Sappi-Geschäftsführer Max Oberhummer. 23 Millionen Euro soll alleine dieses Projekt kosten, finanziert wird es von Bioenergie Fernwärme BWS; dessen Geschäftführer Jakob Edler hält es für möglich, dass Sappi schon 2017 Fernwärme nach Graz liefern könnte.

Drei neue Kessel

Neben Sappi sollen beispielsweise auch noch Solarkollektoren des Projekts Helios 10 MW besteuern, von der Marienhütte sollen knapp 12 MW an Abwärme geliefert werden und auch von der „Power to Heat“-Anlage in Gössendorf sollen künftig 10 MW mit Überschussstrom gewonnen werden. „Durch die Diversifizierung der Anlagen haben wir mehrere Standbeine und mehr Versorgungssicherheit als bei wenigen Großanlagen“, so Energie Graz-Geschäftsführer Boris Papousek.

Der Großteil wird im Fernheizkraftwerk Graz-Puchstraße mit einer Nennleistung von 185 MW gewonnen. Drei neue Kessel mit höheren Wirkungsgraden werden deshalb eingebaut: Es handle sich laut Nagl um keine Vergrößerung, sondern diene nur als Ausfallsicherheit.

Quelle: steiermark.orf.at

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