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22.08.2020

Wiener City wird zum Fernkälte-Hotspot der Klimamusterstadt

von links nach rechts: Gerhard Fida (GF Wiener Netze)

Neuer Kältering soll Wiener Innenstadt flächendeckend versorgen können – Leitungsbau am Stubenring verläuft planmäßig.

Nach einem gemäßigten Start zeigt der Sommer nun, was er zu bieten hat. Hitzetage über 30 Grad und Tropennächte in der Innenstadt lassen den Bedarf an umweltfreundlicher Klimatisierung in die Höhe schießen. Wien Energie baut deshalb die Fernkälte seit Jahren massiv aus. Die neue Fernkältezentrale Stubenring, die aktuell in der Alten Post errichtet wird, ist ein wichtiger strategischer Meilenstein im Ausbauplan. Rund um den Ring wird bis 2025 ein Kältering entstehen, der in weiterer Folge einen flächendeckenden Anschluss der Innenstadt an die umweltfreundliche Kühlung ermöglicht.

„Die Innenstadt der Klimamusterstadt Wien wird immer mehr zum Fernkälte-Hotspot Europas! Der Klimawandel und seine Folgen machen vor unserer Stadt nicht halt, wir bauen deshalb vor. Mit unserer Cooling-Offensive setzen wir viele Maßnahmen, um die Hitze abzumildern. Ein Teil davon ist die flächendeckende Versorgung der gesamten Innenstadt mit klimafreundlicher Fernkälte. Dafür ist die Baustelle hier am Stubenring ganz entscheidend, die Arbeiten schreiten zügig voran“, so Umweltstadträtin Ulli Sima bei einem Lokalaugenschein der Fernkälte-Baustelle am Donaukanal.

„Damit es künftig noch mehr Wienerinnen und Wiener in ihren Büros, im Einkaufszentrum oder im Museum angenehm kühl haben, wird am Stubenring fleißig gewerkt und gebaut. Hier wächst ein besseres Klima für Wien“, so Karl Gruber, Wien Energie-Geschäftsführer. „Gerade in der dicht verbauten Innenstadt ist die Fernkälte gefragt: Sie spart Platz, lässt sich gut mit dem Denkmalschutz vereinbaren. Und: Sie ist die umweltfreundlichste Art und Weise um Gebäude zu kühlen.“ Fernkälte spart im Vergleich zu herkömmlichen Klimageräten 70 Prozent an Energie und 50 Prozent CO2.

Fernkälte kreuzt U4: Leitungsbau trotz Corona im Plan

Die Bauarbeiten bei der Fernkältezentrale Stubenring schreiten gut voran: Vor allem am Treppelweg wird derzeit auf Hochtouren gearbeitet. Die Fernkältezentrale in der Alten Post wird über Leitungen mit dem Donaukanal verbunden. Das Flusswasser dient als Rückkühlung. Die Wasserentnahme unterliegt dabei strengen Auflagen zum Schutz der Gewässerökologie und ist wissenschaftlich geprüft. Für die Fernkälte wird nur ein Bruchteil des Wassers entnommen und es unterschreitet die maximalen Temperaturwerte bei der Rückführung deutlich. Damit ist gesichert, dass die Fischfauna nicht beeinträchtigt wird.

Die Bauarbeiten für die Kälte-Leitungen und das Flusswasserentnahme-Bauwerk am Donaukanal liegen dabei trotz kurzer Corona-Unterbrechung weiter im Plan. Aktuell finden viele Arbeiten in der Nacht statt. In der betriebsfreien Zeit der U4 werden Leitungen über mehr als 20 Meter quer durch den U-Bahn-Tunnel zwischen Franz-Josefs-Kai und Donaukanal gelegt. Zum Einsatz kommt dabei auch ein Spezial-Bagger auf Schienen, die Kälte-Leitungen werden in über fünf Metern Höhe montiert.

Bis Ende August werden die Arbeiten im unteren Teil der Dominikanerbastei bis Höhe Wiesingerstraße fertiggestellt. Rund um die Alte Post und am Treppelweg werden die Anschlussarbeiten noch bis zum Frühjahr 2021 andauern. Die Bauarbeiten in den Maschinenräumen der Kältezentrale in einem Kellergeschoß der Alten Post starten, sobald der Rohbau seitens Gebäudeeigentümer übergeben wurde. Nächstes Jahr soll die neue Fernkältezentrale in Betrieb gehen.

So funktioniert Fernkälte

Bei Fernkälte wird in eigenen Zentralen mit hocheffizienten Kältemaschinen Kälte in Form von kaltem Wasser erzeugt. Über ein eigenes Fernkältenetz wird das auf etwa 5-6 Grad Celsius abgekühlte Wasser direkt zu den Abnehmern transportiert und dort über die hauseigenen Kühlsysteme in den Gebäuden verteilt. Das Wasser nimmt dort die Wärme aus dem Gebäude auf und transportiert sie ab. Die Rückkühlung erfolgt ebenfalls zentral, etwa über Flusswasser.

Quelle: Wien Energie

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